Dienstag, 6. September 2016

Zwickau - Magdeburg / Chemie - Eintracht

Endlich mal wieder zwei Tage Urlaub und ein langes Wochenende. Am Tag zuvor musste noch einiges erledigt werden und wie es eben so ist, wurde es gerade da natürlich mal wieder richtig schön spät auf Arbeit. Also nach einer kurzen Nacht relativ früh raus und mit dem Auto gen Osten. Für den geplanten Besuch der Wartburg war es aber leider doch zu spät, also direkt nach Gera auf den Campingplatz. 38€ für zwei Personen und zwei Nächte, das passt. Schnell das Zelt aufgebaut, kurz eingekauft und weiter nach Zwickau.


01.09.16 19:00 FSV Zwickau - 1. FC Magdeburg 0:0, Stadion Zwickau, 3. Liga, 7.844 Zuschauer

Auf dem Weg konnte man einiges an Streetart sehen, daran scheint man in Zwickau nicht zu geizen. Das Stadion gefällt mir für einen Neubau ziemlich gut. Klar, der nicht zu verachtende Ranzfaktor fehlt, aber vier einzeln stehende Tribünen, reines Fußballstadion und halbwegs akzeptable Flutlichter. Die Bratwurst ist Durchschnitt, aber die gezapfte Wernesgrüner Pils Legende für 3€ der 0,4er Becher schmeckt dafür um so mehr. Der Aufsteiger aus Zwickau konnte gegen den Vierten der letzten Saison gut gegenhalten und hat sich den Punkt erkämpft. Zu Beginn hatte Zwickau zwar die besseren Möglichkeiten, aber Magdeburg kam immer besser ins Spiel und war spielerisch überlegen, verballerte allerdings einen Elfmeter. Besonders der 5er der Gäste hat mir gut gefallen, er strahlte Souveränität aus, hatte die nötige Übersicht und ein gutes Stellungsspiel. Leider gab es nach immerhin 32 Spielen ohne 0:0 mal wieder ein torloses Spiel, aber kein typisches und schließlich doch auch ein kleines Highlight. Auf ne Choreo oder Pyrotechnik musste man verzichten und ein paar wenige Fahnen gab es nur auf der Seite von Red Kaos, die Unterstützung von ihren Freunden aus Dresden hatten. Dafür gab es aber von beiden Seiten was für die Ohren und besonders in der ersten Halbzeit war das schon sehr stark. Die Blue Generation / Block U versammelt sich hinterm Banner des 1. FC Magdeburg und vielleicht ist auch das ein Grund weshalb man hier eine solch unfassbare Mitmachquote hat. Die Klatscheinlagen und Schalparaden geben ein extrem gutes, geschlossenes Bild ab, das man in Deutschland so nicht oft findet. Die Lautstärke kann man eigentlich ganz gut mit einem Wort beschreiben, Bombe. Ob man sie mag oder nicht, das muss man neidlos anerkennen. Zwigge hat eine deutlich kleinere Szene und spielt in einer anderen Liga. In dieser Liga spielen sie allerdings eine gute Rolle. Konstante Beschallung von beiden Seiten, dazu gutes Bier - zwei gut investierte Urlaubstage. Nach dem Spiel musste Katja natürlich auf den Fahrersitz und für die katastrophale Situation bei uns am Parkplatz fand sie einen plausiblen Grund. "Das wird doch hier nix, das sind ja alles nur Frauen am Steuer". Das hätte ich mal sagen sollen...







Als wir dann irgendwann völlig genervt unten waren und fahren konnten ging es noch kurz in die Stadt. Ziemlich tot (na gut, es war spät abends an einem  Donnerstag), aber doch ganz nett. Wie ich finde ist besonders der ansehnliche Marktplatz typisch für den Osten. Abgesehen davon sind die Bauwerke der Stadt doch eher, nennen wir's mal sozialistisch geprägt. Am Freitag war ein Besuch im Leipziger Zoo geplant und der Tag sollte mit dem Verbandspokalspiel des 1. FC Zeitz gegen den Halleschen FC abgeschlossen werden. Den Zoo kann ich persönlich nur empfehlen und uns hat es so gut gefallen, dass das Spiel dran glauben musste. Der gesamte Zoo ist sehr modern und bei den Anlagen für die Tiere kann man kaum noch von Gehegen sprechen. Die Anlagen bieten den Tieren viel Platz mit Rückzugsmöglichkeiten und kommen der Heimat der Tiere sehr Nahe. Artgerechte Tierhaltung ist hier nicht bloß eine Floskel. Die Menschenaffenanlage "Pongoland" oder die Tropenwelt "Gondwanaland" sind wohl nahezu einzigartig und auch die Giraffen, Zebras und Nashörner leben gemeinsam mit anderen Tieren auf einer sehr großzügigen Anlage. Nachdem es ins sehr lebendige und größtenteils sehenswerte Leipziger Zentrum ging wurde doch noch in Zeitz vorbeigeschaut, wenn auch nur zum Essen. Nachdem am Samstag das Zelt abgebaut war stand erneut die Strecke nach Leibzsch auf dem Plan. Zuerst ging es zum Völkerschlachtdenkmal und dann weiter zum Freundschaftsspiel der Magier bei den Chemikern.






03.09.16 14:30 BSG Chemie Leipzig - Eintracht Frankfurt 2:2, Alfred Kunze Sportpark, Freundschaftsspiel, 4.999 Zuschauer

Der Alfred Kunze Sportpark ist benannt nach dem Meistertrainer von 1964. Ich war bereits hier, aber man kann diese Perle auf jeden Fall auch ein zweites Mal beehren, besonders mit dem eigenen Verein. Der Sportpark wurde 1920 erbaut und die Holztribüne steht hier bereits seit 1948. Der Zuschauerrekord liegt bei 32.000 Besuchern, heute sind gerade noch 4.999 Zuschauer zugelassen. In die Wege geleitet wurde die Partie durch die befreundeten Gruppen der UF und Diablos. In der Regel bevorzuge ich den Begriff Testspiel, aber unter diesen Umständen kann man durchaus von einem Freundschaftsspiel sprechen. Die Einnahmen gehen komplett in die Sanierung und den Erhalt des AKS. Die Eintracht verzichtet auf Gage und überreicht zusätzlich einen Check, zwar ist das auch Werbung in eigener Sache, aber dennoch eine große Geste. Die Bratwurst schmeckte und das Bier ebenfalls. Das Bier schmeckte sogar so gut, dass ich zwei Tore verpasste als ich für Nachschub sorgte, was bei schönstem Sonnenschein und warmen Temperaturen auch wichtig war. Zum Ende hin war das Bier ausverkauft, aber als freundschaftliche Alternative gab es ja auch Äppler. Alex Meier traf wie immer und ansonsten war das Unentschieden auch sehr freundschaftlich. Einige Spieler waren mit ihren Nationalmannschaften unterwegs und auf die Ergebnisse von Test- bzw. Freundschaftsspielen kann man in der Regel einen Haufen setzten. Ein Lob geht an die wacker kämpfenden Chemiker, aber als Bundesligist darf man bei einem Fünftligisten dennoch gewinnen. Ich kann diese Mannschaft nach wie vor überhaupt nicht einschätzen und finde (noch) keinen Bezug zu ihr. Wichtig ist aufm Platz heißt es, aber heute waren die Ränge wichtiger, also zum Wichtigen. Die Heimkurve um die Diablos zeigte eine Choreo zu Ehren ihrer geliebten Heimat. Mit Luftballons wurde der Name des Stadions gezeigt, ein Banner würdigte den heimischen Stadtteil und auf einer Blockfahne war eine Abbildung des heimischen Sportparks zu sehen. Bei uns ging es um die Freundschaft der beiden Szenen. Es wurden rote, weiße, schwarze und silberne Fahnen geschwenkt. Ein Banner zeigte die Farben und die Wappen der beiden Vereine. Der gemischte "BSGE Ultras" Schriftzug rundete das Ganze ab. Zudem wurden eine ordentliche Portion Konfetti und Luftschlangen abgefeuert. Ein wahrer Augenschmaus. Die Chemiker zündeten immer mal wieder ein wenig. Bei uns wird man wohl wegen der aktuell äußerst angespannten Situation auf Grund des Vorfalls in Magdeburg darauf verzichtet haben. Schade, aber vollkommen verständlich. Die Fahnen waren auf beiden Seiten dauerhaft im Einsatz und still war es auch zu keiner Zeit. Selbstverständlich wurden die eigenen Vereine angefeuert, aber auch das Eintracht Frankfurt der Leutzscher und das Chemie Leipzig aus unserer Kurve hatte was. Das Gemeinsame "SG Eintracht Frankfurt und die BSG Chemie" war für mich aber das heutige Highlight. Die Freundschaft der beiden Ultraszenen war der Grund der Veranstaltung und aus Freundschaft macht man keinen Wettkampf, dennoch würde ich den optischen Punkt an uns und den akustischen an die Chemiker vergeben. Auch hier also wieder ein freundschaftliches Unentschieden.








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